Freitag, 16. Juni 2017

Jetzt neu als eBook: Wir sind dann mal woanders!


Lesen, träumen und in Gedanken verreisen: Lass Dich von unseren neue eBooks einmal rund um die Welt entführen. Doreen und ich, wir haben unsere gebloggten Abenteuer komplett überarbeitet, schön bebildert und als kleine, leicht verdauliche eBooks zusammen gefasst.

Wir machen das im Eigenverlag und aus Spaß an der Freude. Es würde uns sehr begeistern, wenn Du uns und vielleicht sogar kommende Reisepläne durch Kauf eines eBooks unterstützt. Hier geht´s zum Buchregal.

Für jedes Weitersagen, liken, verlinken etc. ein ganz großes Dankeschön! Viel Spaß bei der Lektüre. Sollten wir Dich zu eigenen Reisen inspiriert haben, dann schreib´ uns bitte und lass´ uns teilhaben.












Montag, 29. April 2013

Wir haben fertig: und zwar das eBook über Neuseeland!


Also wenn Doreen und ich in den letzten Monate etwas begriffen haben, dann dass nicht zwingend weit verreisen muss, wer ein bewegtes Leben haben möchte. Momentan tut sich einiges - der Wegzug aus München steht an, zum Beispiel. Außerdem haben wir endlich den neunten und damit vorerst letzten Einzelband aus unserer eBook-Reihe "Wir sind dann mal woanders" auf den Weg gebracht. Gibt´s ab sofort bei amazon.de


Worum geht´s? Um die letzten Wochen unserer Weltreise, die Doreen und ich in Neuseeland verbracht haben. Ein kurzer Ausriss aus der Inhaltsbeschreibung: 

In Band Neun nähert sich unsere Weltreise dem Ende. Doch ein großes Ziel steht noch aus: Neuseeland. Von Bangkok aus trägt uns eine prachtvolle Boeing 747 der Fluglinie Qantas nach Queenstown. Wir hatten zu dieser Jahreszeit auf der südlichen Erdhalbkugel den Frühsommer erwartet, doch der Süden von Neuseeland begrüßt uns mit Kälte und Schnee. Macht nichts: Unser Leihwagen verfügt über eine gut funktionierende Heizung. Und so fahren wir vier Wochen durch ein Konzentrat an atemberaubender Natur. Majestätische Vulkane, unendliche Weiten, dampfende Erdspalten und faszinierende Wälder nehmen unsere Sinne gefangen. Außerdem, wir sind in Neuseeland - klar bleiben da Begegnungen mit dem "Herr der Ringe" nicht aus. Wie wir unsere anschließende Heimkehr und die ersten Tage zurück in Deutschland erleben: Das und noch viel mehr im neunten Band aus der Reihe "Wir sind dann mal woanders" mit dem Titel: "Neuseeland - Besuch in Hobbingen".

Wir freuen uns über jeden Leser dieses neunten eBook aus der Reihe. Und noch mehr über jede (positive... hüstel ;-)  Besprechung auf amazon. Viel Spaß! 






Mittwoch, 11. Juli 2012

Verleger sind auch nur Menschen...

Kaum ein paar Wochen zurück in
Deutschland, und schon einen Verlag
für unser Weltreise-Buch gefunden?
Das wäre ja zu schön! 


Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, der hat´s mitbekommen: Doreen und ich seit unter die Buchautoren gegangen. Ich hatte in früheren Blogbeiträgen bereits beiläufig erwähnt, dass wir Pläne mit diesem, unserem Weltreise-Blog haben. Dass wir nach unserer Rückkehr nach Deutschland weiter damit arbeiten, und ihn als Grundlage für unsere erste Buchveröffentlichung nutzen wollen. Wir haben in den letzten Monaten einiges unternommen, um Schritte in diese Richtung zu gehen. Wir haben uns schlaugelesen, was notwendig ist und was man wissen muss, wenn man ein Buch unter die Leute bringen will. Ich komme zwar aus dem Verlagswesen, das schon. Aber Bücher? Null Plan bisher.

Jetzt weiß ich: Heutzutage ist es gar nicht mehr zwingend notwendig, einen großen Verlag von seinen Texten zu überzeugen. Per Book-on-demand kann grundsätzlich jeder sein eigenes Buch drucken und verlegen, praktisch ohne das Haus zu verlassen. Wie praktisch. Nun ahne ich als gelernter Kaufmann aber auch, wie aussichtslos ein derartiges Unterfangen sein muss. Über so ein Do-it-yourself-Book freuen sich bestimmt viele unserer Freunde. Aber ich sähe es außerdem gerne, wenn auch mein Geldbeutel einen kleinen Freudenhüpfer macht. Book-on-demand, und dann noch selbst vermarkten - das kann doch niemals ein Verkaufserfolg werden.

Während ich mich weiter schlauer lese, lerne ich eine für mich neue Facette des Verlagswesens kennen: sogenannte Buch-Agenten. Sie bilden ein Zwischenglied zwischen Autor und Verlag, sind so eine Art Makler für Literarisches. Zecken? Möglich, denke ich mir. Oder eine prima Möglichkeit, um unsere Buchidee in die Tat umzusetzen. Bevor wir so jemand ansprechen, geben Doreen und ich uns große Mühe. Wir sammeln alle Blog-Texte, fassen sie in einem Dokument zusammen. Exrahieren aus ungefähr 400 Seiten Rohtext ein erstes Kapitel, fertigen daraus einen Entwurf für unser Buch  - ein sogenanntes "Skript". Dazu kommt ein schönes Anschreiben, dass unsere Vorstellungen umreißt: Inhalt, Zielgruppe, alles was "Wir sind dann mal woanders" eines Tages ausmachen soll.

Auf dem Markt nahe Khao Lak/Thailand sind wir keinen
 Gaunern begegnet. Was das mit dem Buchthema
 dieses Blogbeitrags zu tun hat? Steht im
nächsten Absatz beschrieben... 
Wir haben nur eine Handvoll Literaturagenten angeschrieben. Nicht zu viele, man will ja den Überblick behalten. Aber offenbar hätte ich bei der Auswahl sorgsamer sein dürfen. Habe vor einigen Tagen ein etwas merkwürdiges Rückschreiben bekommen, von einer sogenannten "Deutsche Literaturgesellschaft". Inhalt des Briefes: Der Gesellschaft gefalle das Skript nach erster Durchsicht sehr gut; jetzt läge es weiteren Instanzen vor und wir würden bald näher informiert. Wohlgemerkt: Dieser Brief hat mich ungefähr drei Tage nach Versand des Skript erreicht. Wohl kaum genug Zeit, um sich damit ernsthaft auseinander zu setzen. Außer jemand würde mit hechelnder Zunge darauf warten, wie ein Hund auf sein Herrchen, das es endlich den Stock über die Wiese wirft. Bin leider nicht naiv genug, um dem deutschen Buchmarkt soviel Gier auf unser Erstlingswerk zuzutrauen.

Gut eine Woche später erreicht mich ein Maxibrief mit dem Absender "Deutsche Literaturgesellschaft". Aus dem Umschlag purzeln mir entgegen: Anschreiben und Vertrag auf einer Doppelseite in zweifacher Ausfertigung. Das Verlagslogo - Götterbote Hermes? - schwebt auf angenehm anzufassendem Briefpapier, Wasserzeichen kann ich aber keines erkennen. Großer Name, wenig dahinter?

Die "Deutsche Literaturgesellschaft" lässt uns
die freie Wahl, ob wir unser Buch "Wir sind dann mal
 woanders" als Taschenbuch oder Hardcover gebunden
 sehen wollen. Sehr zuvorkommend! 
Egal, der Einstiegssatz weckt erstmal Freude in mir: "Die Lektorenkonferenz hat sich dafür entschieden, Ihr Buch zu veröffentlichen" - Hurra! Hurra? Hm... habe beim Lesen irgendwie ein komisches Bauchgefühl, und darauf ist leider oft Verlass. Auch diesmal.

Gleich beim ersten Blick in den Vertrag finde ich unter Punkt Eins die seltsame Formulierung "Das Buch erscheint als...", gefolgt von den zwei Worten "Taschenbuch" und "Gebundenes Buch", beide jeweils mit Kästchen zum Ankreuzen. Ja, soll ich den selbst über die Buchausstattung entscheiden? Tatsächlich, das darf und soll ich. Warum, lese ich unter Punkt Vier. Weil ich selbst die Publikationskosten trage, sofern ich den Vertrag unterzeichne. 8.636,03 Euro für´s Taschenbuch, 14.831,22 Euro für´s Hardcover. Alles netto, wohlgemerkt.

Als Gegenleistung wird im Fall des Taschenbuches ein Garantiehonorar von 800 Euro zugesagt, plus 25 Prozent Tantiemen. Wie sich die exakt berechnen, vermag ich dem Schriftstück nicht zu entnehmen. Lässig überschlagen, tippe ich auf maximal 2 Euro pro verkauftem Buch. Mooomeeent, mal kurz rechnen. Selbst wenn die komplette Auflage in Höhe von 3000 Stück verkauft würde, addierten sich Garantiehonorar und Tantiemen auf 6.800 Euro. Zahlen soll ich aber über 8.600 Euro. Hm, irgendwie sieht mir das nach keinem allzu partnernschaftlichen Geschäft aus...? Liebe/Lieber Rodja Smolny von der "Deutsche Literaturgesellschaft": Danke für das Finanzierungsangebot und insbesondere die Ratenzahlungs-Option.

Aber wir ziehen doch eine andere Option vor. Der Osutoria Verlag aus Wien veröffentlicht unser Werk in einzelnen eBook-Kapiteln, leicht verdaulich, genau richtig für unterwegs. Und vor alle, ohne uns vorher erstmal Geld abknöpfen zu wollen. Danke nach Wien, und ein dickes "Knuddel" an alle, die eines - oder sogar mehrere - unserer eBooks bereits geladen haben. Oder das jetzt tun wollen, zum Beispiel hier.

Über die Downloads freue ich mich sogar mehr als über das Goliathglas voller Nutella, das ich neulich im Kaufhof am Stachus entdeckt habe.
Richard





Sonntag, 1. Juli 2012

Wir sind jetzt Buch!


Unser erstes Buch gibt´s auf
Amazon zum Download.

Endlich ist´s passiert. Verrate ich zuviel, wenn ich schreibe, dass Doreen und ich unter die Autoren gegangenen sind? Im Osutoria Verlag aus Wien sind jetzt die ersten Bände aus der Buchreihe "Wir sind dann mal woanders" erschienen - Berichte über unsere Abenteuer und Erlebnisse in Südamerika. USA, Asien und Neuseeland folgen im Lauf der kommenden Wochen und Monate. 
Das zweite Buch auch. Als eBook.
Super zum Unterwegs-Lesen auf
Kindle-Systemen... 

Die Berichte erscheinen in kompakten Bänden als modernes eBook im Kindle-Format. Perfekt zum Lesen und Schmökern auf eBook-Systemen, Smartphones, und sogar auf jedem PC oder Mac, auf iPod, iPhone und Android-Handys: Die Lese-Software dafür ist kostenlos und installiert sich binnen Augenblicken wie von selbst. Download hier.

... ebenso wie PC und Macs,
iPhone, Android und
Windows-Phones. 
Aktuell verfügbar sind die Geschichten Die Reise beginnt,  Abenteuer in Argentinien und Auf dem Weg nach Machu Picchu. Wir überarbeiten alle Texte aus dem Blog; fassen Beiträge thematisch zusammen; arbeiten zusätzliche Informationen ein und bündeln das Ergebnis in einzelnen eBook-Bänden. Einige Bände sind komplett neu, bisher unveröffentlichter Lesestoff. Im eBook mit dem Titel Ein Gamer auf Weltreise zum Beispiel schildere ich, wie ich den Ausstieg aus meinem bisherigen Berufsleben erlebe und den Spaß am Gaming im Verlauf der Weltreise zurück gewinne. Eine sehr persönliche Geschichte.

Manche Bände sind komplett
neu getextet, zum Beispiel
dieser hier. 
Großes "Dankeschön!" an all die Leute, die uns mit Kommentaren und Emails den Rücken gestärkt haben. Doreen und ich, wir sind total stolz und glücklich über die großartige Rückmeldung auf unseren Blog in den vergangenen Monaten. All die positiven Stimmen haben uns bestärkt, dass wir unseren Blog als eBook - und im Fall eines Erfolges später als gedrucktes Buch - einem breiteren Publikum zugänglich machen. Jetzt hoffen wir, dass die eBooks auf ebenso großes Interesse stoßen. Wer Spaß am Blog hatte, der wird die eBooks mindestens ebenso sehr schätzen. Doreen und ich, wir freuen uns über jeden einzelnen Download. Wenn´s mehr als tausend Downloads werden, laden wir zum großen Dia-Abend ein - versprochen!  


Was jetzt wichtig für Doreen und mich wäre: Die Welt muss erfahren, dass wir unter die Autoren gegangen sind. Deshalb wäre es große Klasse, wenn du deinen Freunden und Kontakten vom Erscheinen des eBooks erzählst. Du kannst zum Beispiel diesen Link mit deinen Facebook-Freunden teilen. Das würde Doreen und mich sehr freuen. Vielleicht können wir mit den Erlösen aus dem Verkauf der eBooks sogar irgendwann weitere Reisen finanzieren und noch mehr Lesestoff nachreichen. 

Jetzt aber erstmal viel Vergnügen mit "Wir sind dann mal woanders", ab sofort auch als eBook!


Freitag, 17. Februar 2012

Neues vom Weltreisenden










Soll alles anders werden: Das habe ich mir für die Zeit nach meiner Weltreise vorgenommen. Bloß nicht mehr zurück in das Hamsterrad einer Videospiel-Redaktion. Aber einige Dinge ändern sich halt selbst dann nicht, wenn du ein ein vierzigstel Leben lang keine einzige Konsole angefasst hast. Also, nein, ich bin nicht entwöhnt, bin nach wie vor Gamer. Deshalb, eine der ersten Aktionen nach der Rückkehr in die eigenen vier Wände: Xbox anschließen und Hurra schreien, weil es Segas Vollgas-Spaßkanone "Daytona USA" jetzt auf XBLA gibt! Also sofort runterladen, Engine starten und gucken inwieweit sich das Game mit den "Erfahrungen" deckt, die ich Ende April in Daytona gemacht habe - bitte keine Prügel wegen des fiesen Wortspiels.

(Drei Stunden später): Was ich eigentlich schreiben wollte: Es gibt was Neues. Und zwar meinen neuen Blog: Spieleschreiber - Games jetzt und retro. Die Adresse: spieleschreiber.blogspot.com. Wa...? Na, weil ich immer noch über Spiele schreibe. Nicht mehr so oft, keine zwei Magazine mehr, aber hier und da möchten Worte strömen. Es beginnt mit einem Rückblick in die Zeit kurz vor Start unserer Weltreise. Viele gefühlvolle Momente hab ich durchlebt, in den letzten Monaten des Jahres 2010. Ein Abend irgendwann Ende November hat sich bei mir besonders tief im im Gedächtnis verankert. War zuhause und hab mir meinen Abschied aus der Redaktion von 360 Live und PS3M vorgestellt. Hab an diesem Abend den Text für das Editorial in Ausgaben 1/11 formuliert - den letzten Ausgaben, an denen ich mitwirken würde. Ich mag die Geschichte. Möchte sie gerne teilen und lade hiermit herzlichst zum Lesen ein: Bitte klicken.

Man liest sich,
Richard  



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Donnerstag, 9. Februar 2012

Doreen und ich in Balance


Lange keine Lebensgeschichten von Doreen und mir gelesen, stimmt´s? Tut mir total leid, aber irgendwann enden selbst die schönsten Pausen - höchste Zeit für ein Blog-Update. Stoff gibt´s mehr als genug, in unser beider Leben hat sich enorm viel getan: Wir haben irre viele Freunde und Bekannte getroffen, von unserer Reise erzählt, Bilder vorgezeigt, geplaudert, Spaß gehabt. Doreen hat sich für ein paar schöne Frauenabende mit ihren Mädels verabredet.
Was sich so alles in München während des
einen Jahres Abwesenheit verändert hat:
Zum Beispiel kam der kleine süße Rasmus
auf die Welt...  
Ich hab Kumpels besucht, deren Leben sich im letzten Jahr mindestens genauso verändert hat wie meines: Heirat, Kinder, meine Güte, wir werden wirklich alle erwachsen. Ich findss so schön, dass ich diese Veränderungen sehen darf!

Zeitweise hatte ich mich in ein neues Brettspiel verliebt. Es heißt Behörden-Monopoly. Das Ziel: Finanzielle Unterstützung bekommen, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen habe - schließlich ist so eine Weltreise teuer und die Reserven sind knapp bei der Rückkehr. Das gilt erst recht, wenn man - wie ich - vor der Abreise fast alle beruflichen Leinen hinter sich kappt. Wollte bei meiner Rückkehr halt offen sein für Veränderungen. Hatte für die ersten Wochen ohne berufliches Ziel auf das soziale Netz Deutschlands gehofft. Irgendwo beim Pingpong zwischen Arbeitsagentur und Sozialamt habe ich aber die Waffen gestreckt. Bevor ich als Ex-Selbständiger von Vater Staat Arbeitslosengeld, Hartz IV oder Mittel für eine Unternehmungsgründung bekomme, ersinge ich mir eher noch den Titel "The Voice of Germany". Wie hat´s mein ehemaliger Kollege Michael S. neulich so hübsch gefacebookt: "Investiere deine Kraft und Ideen lieber in was Eigenes, da haste mehr von" oder so ähnlich. Schön, tue ich eben genau das.
Was Doreen und ich sonst so unternehmen: Besuch im
50er-Jahre-Musical "Lollipop" im Prinzregenten-
Theater. Toll! 

Aber noch mag ich mich nicht vollends auf einen neuen Job konzentrieren. Noch gibt es Wichtigeres im Leben von Doreen und mir. Zum Beispiel machen wir große Fortschritte bei der Verwandlung meiner Single-Bude in einen Zwei-Zimmer-Rückzugspunkt, den wir beide lieben. Wir hämmern hier, malen da, bauen dort, verschönern überall. Jetzt wo die Waschmaschine in die Küche umgezogen ist, fühlt sich Doreen im Bad richtig wohl. Und wie wohl das tut, wenn die Türen für Balkontüre, Küche und Badezimmer sich ohne lauten Knall schließen lassen. Oder ohne dass es sie - und Doreens Verstand - aus der Angel hebt. Nicht zu vergessen unser großartiger neuer Kühlschrank. Er schnurrt so wundervoll leise vor sich hin, und erledigt seinen Job viel zuverlässiger als der alte. Butter schmeckt ja soviel besser mit fünf Grad Eigentemperatur, statt kurz vor der Schmelzgrenze. 

Unternehmungen zwischendurch II:
Auto zulassen, nach Kufstein
spazierenfahren und den besten
Apfelstrudel einwerfen, den´s gibt.
Was macht uns sonst Freude, außer das Klingeln vom GEZ-Kopfgeldjäger neulich an der Tür? Verrate ich zuviel, wenn ich von Doreens Bewerbung bei ihrem Traum-Arbeitgeber erzähle? Sie wollte ja unbedingt was Soziales machen; etwas wo sie was wirklich sinnvolles tut. Dass gleich die erste Bewerbung zu einem Anruf des Unternehmens führen würde; einem Vorstellungsgespräch; vielen zitternden Abenden voller Ungewissheit; einem weiteren Vorstellungsgespräch; noch mehr nervösen Abenden; und am Ende zu einem Arbeitsvertrag - wow! Ich freue mich so sehr für Doreen, und wünsche ihr alles Gute für den 1. März und alle Arbeitstage, die danach folgen.

Unternehmungen zwischen-
durch III: Spaziergang im
winterlichen Park
bei uns ums Eck. 
Ich betrachte ihren Erfolg zugleich als Ansporn für mich selbst. Bin die letzten Wochen, was meine beruflichen Perspektiven betrifft, deutlich zu wenig zielstrebig unterwegs. Bin nicht faul, das nicht. Aber ich tu mich schwer damit, mein Leben in einem festen Rhythmus zu takten. Sieben Uhr aufstehen; neun Uhr den Mac starten; acht Stunden was texten; danach das gute Gewissen genießen, wirklich was erreicht zu haben - das hatte ich in den letzten Wochen viel zu selten.

Das ist bestimmt einer der Gründe, warum es manchmal zu Spannungen zwischen Doreen und mir gekommen ist. Gründe dafür gibt´s noch weitere. Einer ist ein neuer Fimmel, den ich offenbar während der Weltreise entwickelt habe. Da haben wir all unser Sack und Pack auf möglichst wenig Platz untergebracht. Alles was du brauchst, passt in einen kleinen und einen großen Beutel. Scheint fast so, als hätte ich mich in einen aufgeräumten Eigentums-Verweigerer verwandelt; jemand der mit eher weniger als mehr zufrieden ist.

Alles was Doreen und ich brauchten für ein Jahr
Weltreise, hat in ein paar Rucksäcke gepasst.
 Benötigen wir zuhause wirklich
 so vieles mehr? 
Ob Doreen ihr Leben auch nach der Weltreise mit so einem teilen möchte, da war ich mir anfangs nicht so sicher - speziell als Karton um Karton mit ihren Sachen angerumpelt kam. Für mich hat sich das angefühlt, als wolle Doreen ihre ganze ehemalige Zwei-Zimmer-Wohnung in meine reinstopfen. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich ihr vertrauen kann. Vor zwei Jahren, als ich noch allein gelebt habe, da ist mein kleiner Kleiderschrank aus allen Nähten geplatzt, wegen der vielen Klamotten. Jetzt passen Doreens und meine Sachen rein, und es ist noch Luft. Doreen kann sich und mich einschätzen. Sie weiß, wie viel Deko und Bücher und Tüchlein ich ertragen kann - und wie viel schöne Dinge sie um sich herum braucht, um glücklich zu sein.

Wir scheinen die Balance allmählich echt gut hinzukriegen,
Richard


Mittwoch, 25. Januar 2012

Chip-TAN oder stirb!




Ich habe gute Lust, sofort wieder zu verreisen. Zu flüchten, genauer gesagt. Bin jetzt vielleicht sieben Wochen zurück in Deutschland, und zumindest heute wäre ich gerne woanders als hier. Es ist nicht das kalte Winterwetter, dass mich vertreibt. Ich mag Schnee. Ich empfinde auch keineswegs die Menschen hier als unfreundlich, obwohl ich in München im Vergleich mit zum Beispiel Asien sehr viel weniger lächelnde Gesichter sehe. Es ist die Bürokratie, die mich in die Ferne treibt. Mir kommt´s vor, als müsste ich mich jeden Tag um irgendwelchen kleinkarierten Mist kümmern. Und fast immer geht´s um das liebe Geld. Irgendwann werde ich mal ein paar Zeilen darüber texten, wie es einem ehemals Selbständigen ergeht, der beim Arbeitsamt oder den Sozialbehörden um Zuschüsse bettelt. 

Während ich mich mit dem
Chip-TAN-Verfahren und ähnlich
kleinkarierten Blockaden eines sorglosen
 Lebens befasse, wünsche ich mich zurück
an den Mekong...  
Aber nicht diesmal. Denn was mich heute urlaubsreif schikaniert, das ist das Geldinstitut, das mein Leben begleitet. Die Stadtsparkasse München. Bei der bin ich Kunde seit… seit… ach, seit immer! Ich muss um die sieben Jahre alt gewesen sein, als meine Mama mich in die Filiale in der Münchner Quiddestraße geführt hat. Rausgekommen bin ich mit einem Sparbuch in der linken Hand, einem Knax-Heft in der rechten, und einem Sparschwein in der Jackentasche. Könnte sein, die Ära ist bald zu Ende. Denn die Stadtsparkasse tanzt Step auf meinen Nerven. 

Kaum dass ich nach der Weltreise deutschen Boden betrete, erhalte ich ein Schreiben von meinen Geldverwahrern. Das Online-Banking wird umgestellt, lese ich. Ab Ende Januar ist Schluss mit den praktischen TAN-Listen aus Papier. Schade. Ich mag, wie Online-Überweisungen damit funktionieren. Muss nur eine Nummer von der Liste in ein Kästchen auf dem Bildschirm übertragen, der Sicherheit ist genüge getan. Aber jetzt nicht mehr. Die Bank zwingt mir das sogenannte Chip-TAN-Verfahren auf, ob ich will oder nicht. Ich will definitiv nicht. Geldinstitut wechseln? Hm. Noch gäbe es Banken, die ohne die unsägliche Zwangs-Verchippung auskommen. Oder die zumindest das Alternativ-Angebot "TAN per SMS" kostenlos anbieten, ohne dafür extra Gebühren zu kassieren wie die Stadtsparkasse. Aber all der Aufstand für den Wechsel, dafür bin ich momentan zu faul und anderweitig beschäftigt. Na gut, ich gebe klein bei. Wandere ums Eck in die Stadtsparkasse in der Thomas-Dehler-Straße und lass mir gegen eine Zwangsabgabe von elf Euro - angeblich Selbstkostenpreis, komisch, bei anderen Sparkassen kostet´s neun - ein Chip-TAN-Gerät andrehen. Das Gerät sei voll mobil, habe ich bereits der Homepage der Stadtsparkasse entnommen. Sei bloß scheckkartengroß, kann es überall mitnehmen. Stimmt. Fast. Weil es ist  halt dick, knapp so wie eine Zigarettenschachtel. In meine Brieftasche passt das Trum jedenfalls nicht. Bin aber auch kein Banker mit dicker Börse.

Lustigen Sicherheits-Spielereien mit Chipkarten,  
Fingerabdruck- und Augen-Scannern sind wir 
während der Weltreise überall rund um den Globus
begegnet. Hat sogar mitten in Vietnam besser funktioniert
als jetzt das Chip-TAN der Stadtsparkasse.

Die Dame am Schalter fragt, ob sie mir das Verfahren zeigen soll. Ich habe mir von der Beschreibung auf der Homepage vor allem die Schlagworte "bequem" und "komfortabel" gemerkt. Na okay. Jetzt will ich sehen, was bequemer und komfortabler sein könnte als das simple Abschreiben eines sechsstelligen Codes von einer Zahlenliste auf Papier. Die Dame zeigt mir weiße Balken, die wild auf einem Monitor flackern. Eine Art Kodierung? Übt auf mich eine eher beunruhigende Wirkung aus. Ich merke, wie ich nervös werde. Nehme mir fest vor, dass ich niemals neben einem Epilepsie-Kranken stehen möchte, während der seine Chip-TAN-Überweisung erledigt. Soll´s ja angeblich schon gegeben haben, dass so einer austickt beim bloßen Blick auf wilde Szenenwechsel in einem Kinofilm.  

Die Dame hält das rote Chip-TAN-Gerät etwas umständlich an den Monitor, so als wollte auch sie das Geflacker lieber wegsaugen. Tatsächlich soll jetzt wohl irgendwas dekodiert werden. Zunächst tut sich nichts. Sie dreht das Gerät ein bisschen, hin und her, her und hin. Irgendwann, nach etwas zu vielen Augenblicken, macht´s einen Pieps, und die Dame guckt erleichtert. Jetzt liest sie einmal sechs und einmal acht Ziffern vom Display des Chip-TAN-Dekodierers ab, und überträgt sie in zwei Kästchen auf dem Bildschirm. Sie guckt, als wäre die Demonstration zufriedenstellend verlaufen. Sehe ich anders. Das Alles scheint mir unbequemer und unkomfortabler zu sein als früher. Zeitraubender sowieso. Außerdem nervenzerfetzender. 

Zurück zuhause probier´ ich es selbst. Und wünsche mir binnen fünf Minuten meine gute alte TAN-Liste auf Papier zurück. Gleich die erste Überweisung bricht kurz vor Vollzug mit der Botschaft "Datenübertragung fehlerhaft" ab. Zigmal. Ich wollte eigentlich nur schnell eine Kleinigkeit bei einem Onlineshop kaufen. Bezahlen per Paypal, Giropay, das hat doch schon Dutzende Male geklappt. Diesmal aber macht Paypal die Schotten dicht, hält mich nach mehreren Abbrüchen vermutlich für einen Hacker. Die Telefon-Hotline der Stadtsparkasse kann mir nicht weiterhelfen, weil "…die Online-Kollegen erst morgen wieder da sind". Kurz vor fünf Uhr am Nachmittag, aha. Na schön.
Szene vom Mekong: Während der
Bootsfahrt nach Luang Prabang leiht mir 
eine Mitreisende ein Buch, das mir Geduld,
Balance und andere buddhistische
Weisheiten näher bringen will. Muss das
nochmal lesen. Hilft sicher beim Umgang
mit Chip-TAN.

Nächster Tag, neun Uhr vormittags. Die für´s Online-Banking zuständigen Kollegen sind tatsächlich im Dienst und sogar telefonisch erreichbar. Muss sogar nur 13 Minuten Sparkassen-Jingle ertragen, bis ich einen ganz netten Kerl am Hörer habe. Einer, der aus der Praxis erzählt. "Das kann gar nicht klappen, wenn sie eine Schreibtischlampe neben ihrem Monitor stehen haben". Ich staune. Kann nicht? "Ne, wegen des seitlichen Lichteinfalls. Damit kommt ihr Lesegerät nicht klar. Ist bei mir auch so". Ja, und nu? Kann ich nie wieder überweisen? "Klar doch. Ehrlich gesagt, das Gerät, dass wir in den Filialen verkaufen, das taugt nix. Holen Sie sich besser das Modell Schießmichtot aus unserem Online-Shop". 

Mit dem Verb "Holen" meint er natürlich "kaufen". Also nochmal Geld ausgeben? Mein Kampfgeist erwacht. Niemals gebe ich auch nur einen weiteren Cent für diesen Bockmist aus, den ich nie wollte. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich in die Filiale marschieren, den Chip-TAN-Quälgeist auf den Thresen knallen. Ich würde erst das Haus verlassen, wenn ich mein Geld wiederbekomme oder sich meine Finger um ein funktionierendes Gerät schließen. Das nehme ich mir vor, und schreite zur Tat. Lange Rede kurzer Sinn: Ich kriege mein Geld wieder, ja. Aber erst nach einem zehn minütigen Disput. Zwei Mitarbeiter der Filiale verweigern sich meinem Anliegen zunächst komplett. An meinem dramatischen Tonfall merken sie jedoch, dass ich nicht aufgeben werde. Ich übe mich in Geduld. Bleibe freundlich, hebe aber etwas den Ton, so wie ich das in Asien gelernt habe. Die Beiden tuscheln und telefonieren, werfen "Verpackung?" und andere Worte durch den Raum, und nehmen das rote Biest dann tatsächlich grimmigen Blickes zurück. Verabschiedet werde ich mit einer unmissverständlichen Feststellung: Das Verfahren klappt bei jedem anderen. Damit wäre ich der einzige Mensch auf dem Planeten, der zu doof ist für Chip-TAN.  

Was lerne ich sonst daraus? Offenbar hat der Sparkassen-Vorstand nicht nur die Einführung von "Chip-TAN oder stirb!" beschlossen, ohne seine Kunden zu fragen - sondern auch die Abschaffung von "Der Kunde ist König". Motivierte Sparkassen-Angestellte machen kleine Sparer glücklich, diese Zielsetzung ist wohl von gestern. Nach dieser Erfahrung habe ich plötzlich richtig Lust auf Online-Banking. Aber bitte ohne Chip-TAN. Ich trauere den Zeiten nach, als wir inHongkong ein Dauer-Visum für Thailand beantragen durften. Oder als wir nach Burma einreisen wollten. Der Papierkram damals, das war alles so angenehm und zufriedenstellend im Vergleich mit dem, was ich jetzt mit der Sparkasse erlebe...

Also doch besser gleich wieder weit, weit weg? 
Richard



P.S.: Das Einstiegsbild mit dem Chip-TAN-Lesegerät stammt aus dem Onlineshop der Stadtsparkasse. Ist gut an dem Displaytext zu erkennen, der eine geglückte TAN-Transaktion suggeriert. Sowas hab´ ich nur einmal gesehen. Dafür bestimmt zehn Fehlermeldungen.

Samstag, 31. Dezember 2011

Ein glückliches 2012 wünschen die Ex-Weltreisenden!

Feuerwerk in Luang Prabang, Laos.

Weihnachtsmann in Auckland,
Neuseeland.
Gleich setzen wir Kurs auf die verschneite Autobahn A92, und ziehen los in Richtung Osten, da wo mein Daddy lebt. Mit Mony und ihm feiern Doreen und ich Abschied vom sicherlich ereignisreichsten Jahr in unserem bisherigen Leben.  

Weihnachtsbaum in Santiago,
Chile.
So wie es momentan aussieht, verspricht das Jahr 2012 ebenfalls sehr ereignisreich und voller Liebe zu werden. Wir wollen endlich all die Freunde wiedertreffen, die wir über ein Jahr nicht mehr gesehen haben. Wollen neue Jobs finden, die uns ein Leben nach unseren Vorstellungen erlauben -  die sich sicherlich sehr verändert haben während unserer Weltreise. Wir freuen uns total auf mindestens vier Hochzeiten, von denen zwei im Osten von Deutschland gefeiert werden. Mal sehen, vielleicht nutzen wir den Anlass für eine kleine Deutschland-Rundfahrt. Nachdem ich so viele Städte und Länder in aller Welt kennenlernen durfte, möchte ich jetzt gern mein eigenes Land ein bisschen besser verstehen. Doreen freut sich drauf, dass sie mir Erz-Münchner endlich den Unterschied zwischen Sachsen und Anhalt erklären darf. 

Heiligabend bei Doreens Leuten,
Sexau im Schwarzwald.
Apropos ereignisreich. Doreen und ich, wir beginnen in diesen Tagen mit dem Aufbau einer gemeinsamen Heimat. Soll heißen, wir quetschen den Kram aus zwei Haushalten in eine einzige Zwei-Zimmer-Wohnung. 
Das geht nur mit viel Sortiererei und Wegwerferei, und so manchesmal zwickt einen das Gewissen. Sätze von der Art "Aber das hab ich doch von der Tante Frieda geschenkt bekommen!" nagen kurz an mir, dann drappiere ich das Häkelwerk auf den Stapel mit den Flohmarkt-Sachen. Will sagen, es gibt viel zu tun. Aber nicht heute. Heute gehen wir´s ruhig an. Apropos gehen. Lasst´s Euch gut gehen. Ganz lieben Gruß an alle Freunde und Verwandte, Bekannte und Unbekannte, Mitleser und Bildangucker dieses Blogs! Doreen und ich, wir wünschen Euch alles, alles Liebe und Gute für das neue Jahr!

Viel Zufriedensein und Glücklichsein, 
Doreen und Richard 












Donnerstag, 15. Dezember 2011

Doreens Welt: eine Woche Heimat...






Ist es wirklich schon zehn Tage her, dass ich die flauschigen neuseeländischen Woll-Pullover befühlt und beknuddelt habe und sich die Aucklander Frühlingssonne mit an unseren Frühstückstisch gesetzt hat?


Zwar noch kein Wollpulli,
aber trotzdem irre flauschig.





Eigentlich fühle mich verdammt gut. Also seit unserer Heimkehr. Vielleicht hatte ich etwas mit meiner Erkältung und dem fehlenden Schlafrhythmus zu kämpfen, aber grundsätzlich war ich einfach nur glücklich wieder so viel deutsch zu sprechen, mit Freunden und Familie zu telefonieren und deutsches Brot zu essen. 



Kann auch gut tanzen :o)
Weitsicht überall...
hier: auf der Coromandel-Halbinsel

Aber heute ist das anders. Ich spüre, dass ich tieftraurig bin. Hm…als trauerte ich alten Zeiten nach. Ich glaube ich vermisse Neuseeland und das Gefühl jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Das Land hat sich in den letzten Wochen regelrecht in mein Herz eingefressen. Die atemberaubende Natur, die Stille auf den Campingplätzen, die wohlige Einsamkeit, die ich in diesem Land empfinde. Ich fühle mich schon erdrückt und leer, wenn ich nur durch die beschauliche Landshuter Altstadt spaziere. Auch Richy fehlt mir heute. Seit unserer Trennung vor vier Tagen das erste Mal richtig. Unsere vielen und schönen Gespräche sind es hauptsächlich…am Telefon treffe ich ihn jetzt wieder oft in Eile oder konzentriert an. Ich bin böse auf den Alltag. Er verbietet mir ein entspanntes Gespräch mit meinem Freund. Und die doofen 330 Kilometer, die uns grad trennen, sind auch nicht besser. Sie lassen es nicht zu Richy lächeln zu sehen. Dieses innere Glühen, zu was sein Lächeln während unserer Reise geworden ist. Wenn er das raus ließ und seine beiden Augen dazu um die Wette geleuchtet haben, war immer alles schnell wieder gut. Aber er ist nicht da. Es ist wieder Zeit, mich ganz allein anzuschieben.

Am Flughafen der eine...
... und der andere Teil unserer Lieben.










Überall auf der Welt
sind uns die Hamburg-
Süd-Container begegnet.
Ein Stück Heimat...
Aber das ist gar nicht so schwer wie ich vor unserer Trennung gedacht habee. Scheinbar sind wir trotz der 24 Stunden, die wir 355 Tage aufeinander saßen, Individuen geblieben. Ich hatte echt einen Horror davor, dass ich mich nach Richy verzehre, wenn ich ohne ihn bin. So wie man das oft in alten Hollywoodstreifen sieht. Aber nein, ich bin glücklich die Zeit bis zu unserem Wiedersehen mit schönen Stunden bei meiner Mama, und dem Versuch mich von dem deutschen Lebensstil noch nicht wieder aufs Glatteis führen zu lassen, zu füllen. Die Hektik und der Zwang jede Minute mit einer Tätigkeit auszufüllen stoßen mich noch richtig ab. Ich versuche erstmal langsam rein zu kommen. Sein Hab und Gut inspizieren, zum Beispiel, ist eine gute Möglichkeit sich dem früheren Leben wieder anzunähern. Also greife ich es an.

Ob er auch nach Hobbingen fährt?
Im Tongariro-Nationalpark.
Das vielleicht schönste Fleck-
chen Neuseelands für mich.
Ich hatte völlig verdrängt wie viele Klamotten ich habe. Obwohl ich, objektiv betrachtet, finde, dass ich für eine Frau wenig horte und ich vor unserer Abreise viel raus geschmissen, verhökert und verschenkt habe. Trotzdem wirkt der Inhalt meines alten Kleiderschranks auf mich, als ob Obelix seinen Hinkelstein auf mich wirft. Niederschmetternd. Aber ich erlebe auch viele Überraschungen. Die braune kuschlige Strickjacke, zum Bleistift, hatte ich wie so viele andere Stücke völlig vergessen. Es fühlt sich an, als hätte ich diese Teile gerade erst wegen einer dieser 1000-Euro-Klamotten-Shopping-Gutscheine von Bayern 3 neu angeschafft, alle auf einmal. Allerdings hätte ich nach solch einem Gewinn früher auf Wolke 8 getanzt, aber nun sitze ich auf dem Boden, inmitten meiner Pullis & Co, und bin völlig überfordert. Am liebsten würde ich den ganzen Krusch in die Tonne treten und mich wieder meinen heiß geliebten 3 T-shirts, 5 Unterhosen, 3 Paar Socken, 2 Hosen und 2 Pullis widmen, die mich die elf Monate begleitet haben. Warum um alles in der Welt habe ich so viel Zeug? Ich entscheide mich, das erste Mal seit langem, gegen mein Gefühl und schmeiße nur die hässlichsten Teile weg. Merke mir aber gedanklich schon die nächste Sortier-Aktion vor. Nämlich für den Tag, an dem ich in die Räume mit dem neuen Klingelschild einziehe. In Richys und meine erste gemeinsame Wohnung.
 
Alles_Liebe
Eure_Doreen

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Richards Welt: eine Woche Heimat...








Herzlicher Empfang: Wir werden
begrüßt von einem Plakat, Luftballons
 und wundervollen Freunden.  


Doreen fehlt mir. Wir sind jetzt seit etwas über einer Woche zurück in der Heimat, und ich habe gerade die erste Nacht allein verbracht. Ungewohnt. Während unserer Weltreise waren Doreen und ich immer zusammen. Sie hat mich morgens ihre Wärme spüren lassen, wenn ich aufgewacht bin. Ein Jahr lang haben wir jeden Tag zusammen begrüßt. Auch in den ersten Tagen nach unserer Deutschland-Rückkehr bleibt das so. Wir dürfen die erste Woche im Haus von meinem Paps+ Mony verbringen, da meine eigene Bude unabkömmlich ist. Riesen Dank nochmal dafür an euch zwei! 
Unser neues Klingelschild:
 Symbol dafür,  dass Doreen und ich
 während der Weltreise zueinander
gefunden haben.
Natürlich auch an Ulrike, Dunja, Sabine, Alex und Marco für den unvergesslichen Empfang am Flughafen! 

Ist das wirklich erst eine knappe Woche her, dass wir auf dem Münchner Flughafen gelandet sind? Inzwischen ist meine Wohnung freigeworden. Überraschend früh, hatte eigentlich mit einem mindestens drei Wochen andauernden Asyl bei Familie und Freunden gerechnet. Doreen begleitet mich bei der Schlüsselübergabe, anschließend wagen wir Hand in Hand einen winzigen Schritt in Richtung Zukunft - wir bringen unser gemeinsames Namensschild an der Klingel und am Briefkasten an. Für andere mögen das nur ein paar kleine Buchstaben sein, für uns ist´s ein großes Symbol: Wir wollen zusammen sein, und wir wissen jetzt, dass wir das können. Immerhin haben wir während der Weltreise enorm viel über unsere Gefühle gelernt. Zumindest an einigen Tagen gelingt es mir jetzt, meine eigenen Stimmungen zu erkennen und zu beeinflussen. 

Unsere letzten Weltreise-Tage:  Bummel durch
Auckland, die einzige echte Metropole von
Neuseeland.

Ich habe zumindest Ansätze eines Gespürs dafür entwickelt, wann ich Doreen mit meinen Gedanken belasten darf; wann sie Kuscheleinheiten braucht; wann ich sie besser in Ruhe lasse. Also, wenn das nicht prima Voraussetzungen für eine glückliche Zeit zusammen sind? Eben.


Ace, du hier? Wen man so alles trifft
in Neuseeland...
Leider kann Doreen nicht bleiben. Gleich nachdem das Klingelschild hängt, verabschiedet sie sich und fährt für ein paar Tage zu ihrer Mutter in Richtung Schwarzwald. Ich bleibe allein zurück. Einerseits schön, in die eigenen vier Wände zurück zu kehren, die meine Interims-Mieterin Janette in einem so wundervollen Zustand an mich zurückgibt. Sollte ich mich nicht super fühlen bei dem Gedanken, dass ich in vertrautem Umfeld ein bisschen Zeit nur für mich genießen kann? Aber ich spüre Widersprüchliches in mir, fühle mich matschig und unwirklich, wie betäubt. Offenbar ist mein Kopf noch nicht vollständig in Deutschland angekommen; ich werde ein bisschen zittrig wegen der vielen Aufgaben, die in meinem Kopf um sich greifen wie dunkler Nebel: Muss Ämter besuchen. Klamotten aus dem Keller holen. Überflüssiges aussortieren, immerhin teilen wir uns bald einen Wohnraum, den ich früher für mich allein beanspruchen konnte. Ich mache mir berufliche Gedanken. Gleichzeitig beansprucht spießiger Kleinkram meine Aufmerksamkeit: Muss mit o2 und Alice reden, Telefon und Internet auf die Reihe kriegen. Muss den Nachsendeauftrag stornieren, damit Postalisches mich wieder erreicht. 
Das Auto finden wir vor einem herrlich
schrägen Straßencafé namens Sorogate.
Besuchstipp für jeden, der von
Coromandel nach Auckland fährt. 

Komisch eigentlich. Sollte es mir nicht Banane sein, ob ich heute, morgen oder erst übermorgen wieder Post kriege? Hab jetzt ein Jahr lang keinen einzigen Brief geöffnet, und hab ich was vermisst? Nicht die Spur. Aber das alte Leben, alte Gewohnheiten; der Drang informiert und integriert sein zu wollen: das alles holt mich schnell wieder ein. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Spätestens seitdem ich den Alltag der Menschen in Asien kennenlernen durfte, ist mir durch und durch bewusst, wie hektisch und drängelnd das Dasein in Europa ist. Ich kann jetzt besser gegensteuern, suche mir zwischen allerlei Muss-Aufgaben ein paar lustbereitende Ablenkungen. In die Tiefgarage marschieren und mein Auto aus seiner Plane befreien, zum Beispiel. Ich hefte meine alten Kennzeichen an - hab mir vor einem Jahr meine schöne Ziffernkombo reserviert - und staune. Die Batterie steckt nach einem Jahr voll Saft, zieht den Anlasser problemlos durch. Danach fahre ich um die 100 Kilometer spazieren. Mein Auto macht mir immer noch Spaß.  

Aussortieren vor der Abreise:
Teller,  Adapter und vieles
anderes bleibt in Neuseeland.
Am nächsten Morgen, nach meiner ersten "einsamen" Nacht tue ich mich schwer, irgendwas an zu packen. Die "Queens of the Stone Age" lenken mich ab. Endlich wieder richtige Musik aus richtigen Lautsprechern hören. Fein. Jetzt erstmal Sharonfrucht schnibbeln, Haferflockern milchen und Bauernbrot schmieren. Herzhaftes Frühstück, klasse! Ist es wirklich schon über eine Woche her, dass wir nach Deutschland zurück gekehrt sind? 35 Stunden hat die Rückreise gedauert, mit umsteigen und allem. Gut 26 Stunden haben wir in Flugzeugen verbracht. Meine Gedanken schweifen zurück an Bord der Boeing 747, die uns von Auckland nach Hongkong getragen hat. Obwohl wir die ganze Zeit ganz hinten im Flieger sitzen, haben wir eine gute Zeit. Die Holzklasse in den Langstrecken-Fliegern im asiatischen Raum ist ausgestattet wie Luxuskabinen in den europäischen Fliegern. Na, jedenfalls fast. 

Impression vom Flughafen: Man beachte
die To-Do-Zeile beim Hongkong-Flug.
Meine Beine freuen sich über unerwartete Bewegungsfreiheit, und beim Essen haben wir die Wahl zwischen zweierlei Menüvarianten. Exotische Stewardessen versorgen uns mit Snacks und Getränken, und das Bordentertainment - meine Güte, ganz  großes Kino. Aus der Rückenlehne des in der Reihe vor mit Sitzenden schäle ich einen videospielähnlichen Controller und wühle mich durch ein aktuelles Kino- und TV-Programm. Weiß jetzt, dass ich mir "Thor" und "Fast Five" vielleicht nochmal auf Bluray anschaffen werde, "Planet der Affen" und "Green Latern" dagegen nicht. Kann sogar ein paar der Formel-1-Rennen gucken; die Saison habe ich in diesem Jahr fast komplett verpasst. Als ich mir kurz die Beine vertrete und meinen Blick durch den Korridor schweifen lasse, wird mir allerdings bewusst, wie still es im Flugzeug ist. 
Ein paar Minuten nach dem Start:
Letzter Blick auf die Nordinsel
von Neuseeland.
Wer nicht schläft,  fokussiert seine Sinne auf den flimmernden Bildschirm vor sich. Oder auf die Radio- und Musikberieselung aus den Kopfhörern. 
Ein paar Leute lesen, das sehe ich gern. Aber niemand spricht, unterhält sich, lernt vielleicht den Sitznachbarn kennen. Warum betrachten so viele Menschen lieber den Monitor als das wunderschöne Farbenspiel des Sonnenuntergangs draußen vor den Fenstern?

Essen, Kino, Videospiele,
Musik: Doreen liebt
das Fliegerleben.
Ich denke an die Weltreise zurück. Ist es wirklich erst anderthalb Wochen her, dass Doreen und ich uns in Rotorua wegen des überwältigenden Schwefelgestanks die Nase zuhalten mussten? Dass wir uns in die Dunkelheit der Nacht geduckt und nach dem Kiwi-Vogel Ausschau gehalten haben? Wollte ich nicht noch ein paar Zeilen über unsere letzten Wochen in Neuseeland schreiben, über unseren Besuch in Hobbingen zum Beispiel? 

Doch, da war was… 
Richard